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Das Gemeindearchiv Kronshagen

Das "Gedächtnis der Gemeinde Kronshagen" lässt sich in Zahlen fassen. Es wächst ständig, umfasst zur Zeit über 75 laufende Meter und besteht aus rund 400 Kartons mit etwa 5.000 Akten sowie Protokollbänden, Karten und Fotografien. Die Archivalien sind im neuen Archiv im Kellergeschoss des Rathauses, Kopperpahler Allee 5, untergebracht. "Mit dieser Einrichtung gehört Kronshagen unter den Gemeinden vergleichbarer Größenordnung zu den Vorreitern in Schleswig-Holstein", sagt Bürgermeister Wolf-Dietrich Wilhelms nicht ohne Stolz.

Seit dem 1. Januar 2000 sind die Kommunen durch das Landesarchivgesetz verpflichtet, ein Archiv zu unterhalten. Vielerorts gründen sie Archivgemeinschaften, um Personal und damit Kosten zu sparen; so arbeitet Altenholz mit Gettorf und anderen Kommunen im Dänischen Wohld zusammen. Kronshagen macht dies in Eigenregie.

Kronshagen hat bereits seit Ende 1994 einen eigenen Archivar, der die Bestände sichtet und aufbereitet. Bei der Planung des Rathauses wurden an der Rückseite bereits zwei Kellerräume für diese Aufgabe vorgesehen. Das Archiv hat einen eigenen Eingang (seitlich an der Ecke zum Parkplatz). Der eigentliche Magazinraum ist 50 m²groß. Im Benutzerraum von etwa der gleichen Größe finden auch Ausstellungen statt. Nach dem Landesarchivgesetz und dem Informationsfreiheitsgesetz haben alle Bürger das Recht, Material zu sichten, sofern es nicht dem Datenschutz unterliegt.

Vor der Einrichtung des Archivs lagerten einige Aktenbestände nicht nur in Aktenkellern, sondern auch auf dem Boden des alten Gemeindehauses der seit 1934 hauptamtlich verwalteten Gemeinde. Das älteste Archivale ist ein gedrucktes Professionsprotokoll des Gutes Kronshagen aus dem Jahre 1737, das älteste handgeschriebene Stück stammt aus dem Jahre 1840. Es ist ein Protokollbuch des Kronshagener Armenkollegiums, das seinen Sitz in Ottendorf hatte, wo auch das erste Armenhaus stand. Das Protokollbuch wurde bisher als "Schatz" in der ehemaligen Finanzabteilung gehütet und ist bestens erhalten. Noch ältere Dokumente lagern im Landesarchiv Schleswig-Holstein in Schleswig.

Darüber hinaus nimmt der Archivar Nachlässe entgegen. Das Archiv enthält z. B. den Nachlass des Heimatforschers Professor Arthur Gloy mit wichtigen Manuskripten. Ein jährlich erscheinender Pressespiegel erfaßt sämtliche Zeitungsberichte seit 1974. Gerade für Fragen der Heimat- und Personenforschung wird das Archiv zu einer immer interessanteren Adresse werden. Aber auch Gemeindevertreter lassen sich bereits Fragen zu politischen Entwicklungen von dem Historiker beantworten.

Sämtliche Akten hat Dr. Manfred Klett bereits in den vergangenen Jahren aufbereitet und registriert. Zur schnelleren Orientierung stellt er ein Findbuch zusammen. Wie weit die elektronische Datenverarbeitung auch auf das Archivwesen Einfluss hat, ist zur Zeit noch schwer einzuschätzen. Allein aus Gründen der Rechtssicherheit muss vieles derzeit noch auf Papier ausgedruckt werden. Die Zukunft im Büro gehört jedoch eindeutig der EDV. Es ist denkbar, dass das Internet dann den Bürgern auch für Archivauskünfte offen steht.

24.12.2008

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  • Fr: 8.00-12.00 Uhr

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