Das Computermuseum der Fachhochschule Kiel - kiel-magazin.de

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Museen & Sammlungen

Das Computermuseum der Fachhochschule Kiel

Computermuseum der Fachhochschule Kiel

Die Rechenmaschinen- und Computerschausammlung der Fachhochschule Kiel in Schleswig-Holstein war die erste öffentlich zugängliche Informatikausstellung Deutschlands – lange Zeit allerdings in provisorischen Ausstellungsräumen und mit unsicherer Zukunft.

2011 ist die Schausammlung zum richtigen Museum geworden – mit gesicherter Zukunft und in besonders sicheren Räumen: In einem Hochbunker aus dem zweiten Weltkrieg ist das Computermuseum der Fachhochschule Kiel auf rund 800 m² Ausstellungsfläche beheimatet.

Was das Computermuseum Kiel zeigt:

Einen Schwerpunkt der Ausstellung bilden Leben und Werk des Computerpioniers Konrad Zuse. Das Museum präsentiert unter anderem einen originalen Zuse-Computer vom Typ Z11, der seine Berechnungen und Speicherungen mit 1665 elektrischen Relais erledigte, und einen originalen Großrechner Z22. Der riesige Z22 ist der einzige Röhrenrechner, den die Zuse KG jemals baute – in einer Zeit,  in der höchstens Experten daran glaubten, dass Computer irgendwann eine nennenswerte weltweite Verbreitung erlangen könnten. Der Z22 der Kieler Ausstellung ist aber nicht nur ein denkmalgeschütztes Technik- und Zeitdokument, sondern mit dem Design seiner Röhrenfelder, Trommelspeicher und Gehäuse schon optisch so beeindruckend, dass Technikfans ihn vermutlich zum schönsten Rechner des Museums wählen würden.

Bundesweit herausragend ist im Computermuseum Kiel auch die Auswahl der ausgestellten Mikrocomputer der jüngeren Vergangenheit: Wer seine ersten Computer-Erfahrungen mit einem Heim-PC von IBM, Atari, Amiga oder Commodore gemacht hat und sich noch an die Zeiten von "Pacman", und Datassette erinnert, der kann im neuen Kieler Museum auf nahezu einer ganzen Ausstellungsetage in Erinnerungen schwelgen.

Insgesamt reicht das gezeigte technische Spektrum im neuen Museum von mechanischen Rechenmaschinen vergangener Jahrhunderte über Großrechenanlagen der 1950er- bis 1980er-Jahre bis zu PCs und Notebooks der späten 1990er-Jahre. Ziel des Museums ist es, die Entwicklung von feinmechanischen Rechenwerken über Relais und Röhren bis zu Transistoren und integrierten Schaltungen verständlich zu machen. Zusätzlich werden die technischen Entwicklungen jeweils in ihre historischen Zusammenhänge eingeordnet.

Um das zu erreichen, arbeitet das Computermuseum der Fachhochschule Kiel nicht nur mit didaktisch aufbereiteten Ausstellungsgruppen plus erklärenden Texttafeln und Fotos, sondern auch mit einem sehr hohen multimedialen Anteil: Besuchergruppen starten ihren Rundgang durchs Museum mit einem eigens produzierten 3D-Film, an Multimediastationen können die Museumsgäste kontextorientierte Filme und Informationen abrufen. Zum Spielen  und Ausprobieren sind verschiedene moderne PCs gedacht, die sich dank einer Emulationssoftware exakt wie ein Commodore C64 oder andere alte Rechnersysteme benehmen.

Maßgeschneiderte Raumgestaltung:

Damit der Museumsbesuch zu einem lebendigen, lange nachwirkenden Erlebnis wird, hat die Fachhochschule Kiel alle vier Ausstellungsebenen von einem Team kreativer Profis gestalten und an die ganz speziellen Raumverhältnisse im Bunker anpassen lassen. Federführend im Team der Ausstellungsgestalter waren Prof. Ludwig Fromm und Prof. Michael Breda von der Muthesius-Kunsthochschule Kiel sowie der Berliner Architekt und Szenograf Fedor Sukatus.

Die zahlreichen Versorgungsleitungen des Hauses lassen die Ausstellungsmacher bewusst offen durch die relativ niedrigen Bunkerräume laufen, um den optischen Eindruck zu erzeugen, das ganze Museum sei eine Maschine, in deren Innereien die Besucher unterwegs seien. Die PC-Ausstellung in der obersten Etage ist sogar wie eine riesige Platine gestaltet, auf der Besucher sich wie Elektronen von Bauteil zu Bauteil, also von Computer zu Computer bewegen.

Die Sahnehaube: Der Mediendom

Auf der anderen Straßenseite, direkt  gegenüber dem Computermuseum liegt der Mediendom der Fachhochschule Kiel. Ausgestattet mit modernster 360°-Kuppelprojektions- und Soundtechnik kann der Mediendom die Ausstellung des Computermuseums ideal erweitern und ergänzen. Viele der vom Mediendom produzierten, teilweise mehrfach ausgezeichneten Full-Dome-Shows sind inzwischen deutschlandweit und international in das Programm anderer Planetarien aufgenommen worden. Die Produktion "Computer öffnen Welten" ist bereits jetzt eine sehr gute Ergänzung zu einen Besuch im Museum. Günstige Kombitickets für den Besuch beider Einrichtungen werden verfügbar sein.

Ganz kurz die Vorgeschichte:

Der Bunker wurde 1941 zum Schutz der Zivilbevölkerung vor den Angriffen alliierter Bomber gebaut. Deren Auftrag war es, die damals benachbarten kriegswichtigen Kieler Werftanlagen zu zerstören. Heute stehen große Teile der Fachhochschule Kiel auf dem ehemaligen Werftgelände. In einem weiteren alten Hochbunker betreibt die FH seit rund vier Jahren das regionale Kultur- und Veranstaltungszentrum "Bunker-D".

Den Grundstein der Kieler Computersammlung hat ein Privatverein gelegt. Unter dem Vereinsnamen "Museum für Rechen- und Schreibtechnik e. V." verschrieben sich die Gründungsmitglieder im Dezember 1981 dem Ziel, Meilensteine der Rechentechnik vor der Verschrottung zu bewahren. Bereits im März 1982 eröffnete der Verein in den Räumen der heutigen Datenzentrale Schleswig-Holstein die erste Computerschausammlung Deutschlands.

1990 übergab der Verein die bis dahin stark angewachsene Sammlung an die Fachhochschule Kiel. Aus Mangel an Platz und Geld mussten die meisten der vielen Hundert Exponate danach aber lange in verschiedenen Magazinen auf ihren Auftritt in einem richtigen Museum warten. Bis vor Kurzem konnten nur wenige Stücke provisorisch in einer Baracke auf dem FH-Campus oder auf Wanderausstellungen öffentlich gezeigt werden.

Damit der neue "Computerbunker" die Bauvorschriften für einen öffentlichen Ausstellungsraum erfüllen konnte, ist er umfangreich um- und ausgebaut worden.  Allein die Sägearbeiten an dem bis zu 2 m Meter dicken Beton nahmen rund drei Monate in Anspruch.

14.06.2011

Ortsinformationen

Adresse

  • Computermuseum der Fachhochschule Kiel
  • Eichenbergskamp 8
  • 24149 Kiel
  • Telefon: 04 31/2 10 17 41

Öffnungszeiten

  • Sa: 14.00 - 18.00 Uhr
  • So: 14.00 - 18.00 Uhr
  • Führung jeden ersten Samstag im Monat um 15.15 Uhr.

Preise

  • Eintrittspreis: 6,- € (erm. 4,50 €), vergünstigter Preis im Kombiticket mit dem Mediendom!

Barrierefreiheit

Behindertengerecht Der Eingang besitzt eine Rampe, ein Aufzug verbindet die Ausstellungsebenen, es gibt ein Behinderten-WC.

Anfahrt

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