Wanderwege
Liether Kalkgrube
Foto: Uwe Barghaan, Lizens: Creative Commons–Lizenz "Attribution 3.0 Unported"
Beim Betreten der Liether Kalkgrube bietet sich ein farbenprächtiges Bild: Das Farbspektrum der Hänge reicht von beige über rot bis zu dunkelbraun, das sich mit grünbewachsenen Flächen abwechselt. Büsche und Bäume klammern sich an die Abbruchkante, einige sind bereits abgerutscht. Auf dem Grund der Grube sieht man einen großen hellen Felsen, Teiche schimmern in verschiedenen Blautönen und spiegeln an manchen Stellen den Hang wieder. Aber wie ein „richtiges" Naturschutzgebiet sieht die 16 ha kleine ehemalige Kalkgrube eigentlich nicht aus.
Geologische und ökologische Besonderheiten führten dazu, dass sie 1991 unter Schutz gestellt wurde. Einmalig in Schleswig-Holstein sind die Gesteine, die hier freigelegt wurden. Sie stammen aus dem Erdaltertum (Perm: Rotliegendes, Zechstein), sind 200 bis 270 Mio. Jahre alt und damit älter als der Kalkberg in Bad Segeberg (Gipsablagerungen) und die Insel Helgoland (Buntsandstein). Die Liether Kalkgrube bietet oberirdisch Einblicke in die Geologie, für die man sonst in ein Bergwerk einfahren muss. Die Spitze eines Salzstocks ragt aus dem Grund der Grube heraus. Dieser Gipshut wurde vor Millionen von Jahren aus etwa vier bis sechs Kilometer Tiefe empor gepresst. Vor etwa 14.000 Jahren war über dem Salzstock ein See. Sein Ufer war ein Rastplatz für Steinzeitjäger, man fand dort Reste von Werkzeugen aus Flintstein.
Die Liether Kalkgrube ist auch von ökologischer Bedeutung. Hier leben über 140 Pflanzenarten, von denen 14 in Schleswig-Holstein auf der "Roten Liste" als gefährdet eingestuft sind. Sechs bedrohte Tierarten sind hier heimisch, z. B. Amphibien (Kreuz- und Knoblauchkröte). Gelegentlich kommen Graureiher und Uferschwalben.
Vor 150 Jahren fand man bei Bauarbeiten für die Eisenbahnstrecke von Altona nach Kiel rote Tone aus dem Erdaltertum. In den folgenden Jahrzehnten wurden daraus Ziegel hergestellt. Die verfallene Ziegelei am Bahnübergang "Roter Lehm" zeugt davon. Bei dem Abbau der Tone stieß man auf Zechsteinkalk, der als Mineraldünger verkauft wurde. 1980 legte man in der Grube ein Gipsvorkommen frei, 1986 wurde sie stillgelegt.
Die Kalkgrube liegt im Kreis Pinneberg in Klein Nordende, in der Nähe der Ortschaft Rotenlehm südlich von Elmshorn. Von Tornesch führt ein Weg durch das Liether/Esinger Moor. Mineralien werden im Konrad-Struwe-Haus, Bismarckallee, Elmshorn, ausgestellt.
Info-Material ist beim Schleswig-Holsteinischen Heimatbund erhältlich.
Ortsinformationen
Adresse
- Schleswig-Holsteinischer Heimatbund
- Rathausstraße 2
- 24103 Kiel
- Telefon: 04 31/98 38 40
- Telefon: 0 41 22/5 23 14 (Joachim Wohlenberg)
- Telefax: 04 31/9 83 84 23
- Website: www.heimatbund.de/aktuelles/index.php
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