Buchtipp: Kleine Lübecker Stadtgeschichte - kiel-magazin.de

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Buchtipp: Kleine Lübecker Stadtgeschichte

Buchtipp: Kleine Lübecker Stadtgeschichte

Lübeck, einstiger Hauptort des mächtigen Hansebundes, ist noch immer eine faszinierende Stadt. Die Gründung Heinrichs des Löwen und der Schauenburger Grafen war Ausgangs- und Stützpunkt der deutschen Ostkolonisation sowie Drehpunkt des Handels über die Ostsee. Kaiser Friedrich II. gewährte Lübecks Bürgern bereits 1226 die Reichsunmittelbarkeit. Im Rathaus, in dem die Mitglieder der Hanse tagten, wurde über Krieg und Frieden entschieden. Lübecker Recht hatte in rund hundert Städten Gültigkeit.

Alt-Lübeck, eine Siedlung, sieben Kilometer vom heutigen Stadtzentrum entfernt, am Zusammenfluss von Trave und Schwartau, wurde schon vor 817 erwähnt. 1143 gründete Adolf II. auf dem Hügel Buku die Stadt Lübeck, 1188 verbrieft Kaiser Barbarossa der Stadt die Barbarossa-Privilegien und erweiterte damit Freiheiten und Rechte der Stadt. 1201 wird die Stadt nach dem Sieg des Dänenkönigs Knut VI. dänisch.

1329 erwirbt Lübeck das damalige Fischerdorf Travemünde, um die Hafeneinfahrt besser schützen zu können. Der Zusammenschluss von Kaufleuten, um gemeinsame Interessen besser wahren und Gefahren meistern zu können, führte zur Bildung der Hanse, der auch Lübeck beitrat. 1356 wurde der erste Hansetag in der Stadt abgehalten.

In den folgenden Jahrhunderten wurde die Stadt immer wieder von Kriegen heimgesucht, bis mit der Mitgliedschaft im Deutschen Bund 1815 der Friede einzog. Damit erfuhr auch das kulturelle Leben der Stadt einen Aufschwung. Theater und Museen wurden gegründet, Konzerte veranstaltet, Wilhelm Furtwängler leitete von 1911 bis 1915 das philharmonische Orchester. St. Annen-Museum, Behnhaus/Drägerhaus, Holstentormuseum und Völkerkundemuseum öffneten ihre Türen.

1937 beendet das Groß-Hamburg-Gesetzt nach 711 Jahren Lübecks territoriale Selbstständigkeit. 1956 wird ein erneuter Antrag auf Eigenstaatlichkeit abgelehnt. Die Königin der Hanse, Stadt der Buddenbrooks und dreier Nobelpreisträger und lockt heute viele Gäste an. Mit der Eröffnung des Buddenbrookshauses und des Günter Grass-Hauses erhielt die Stadt noch einmal einen kulturellen Schub.

Die Geschichte Lübecks ist im vorliegenden Buch von den Anfängen bis heute – knapp und prägnant zusammengefasst. In eingängiger Sprache schildert der Autor Werden und Wachsen der Stadt Lübeck von der Gründung im zwölften Jahrhundert bis heute. Der schön ausgestattete Band gibt Gästen einen raschen Einblick und erinnert Bewohner an die große Vergangenheit und kulturelle Verpflichtung, die nicht zuletzt in der Auszeichnung der Altstadt als Weltkulturerbe der UNESCO zum Ausdruck kommt.

Von Konrad Dittrich, Verlag Friedrich Pustet, 176 Seiten, Preis 12,90 Euro

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24.12.2007

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