| Fusion von Institut für Meereskunde
(IfM) und GEOMAR
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Fusion des Forschungszentrums für Marine Geowissenschaften (GEOMAR) und des Instituts für Meereskunde (IfM) zum neuen Leibniz-Institut für Meereswissenschaften an der Christian-Albrechts Universität zu
Kiel
Am 1. Januar 2004 stellte sich die Kieler Meeresforschung neu auf:
Im neuen Leibniz-Institut für Meereswissenschaften vereinigen sich die bisherigen Institute GEOMAR und Institut für Meereskunde.
Der neue Direktor des gemeinsamen Instituts ist Prof. Dr. Peter Herzig, ehemals TU-Freiberg.
Dieser sitzt auch dem in Kiel vor wenigen Tagen neu gegründeten Deutschen Konsortium für Meeresforschung vor, zu dem sich
sieben große Meeresforschungseinrichtungen bundesweit zusammengeschlossen haben.
In interdisziplinärer Zusammenarbeit sollen alle wichtigen Bereiche der modernen Meeresforschung von der Geologie des Meeresbodens bis zur maritimen Meteorologie
bearbeitet werden. Diese Untersuchungen werden auf allen Weltmeeren durchgeführt.
Die Lenkungsausschüsse beider Institute befürworten diesen Schritt uneingeschränkt.
Das neue Institut strebt auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene auf einer breiten Palette meereswissenschaftlicher Disziplinen eine Führungsrolle an.
Die Leistungsfähigkeit des neuen Leibniz-Instituts zeigt sich in zwei Sonderforschungsbereichen (SFB) der Deutschen Forschungsgemeinschaft, die in Kiel angesiedelt sind: Der SFB 574 untersucht Gase und Flüssigkeiten an den Schnittstellen der Kontinentalplatten als Auslöser für Naturkatastrophen und Klimaveränderungen. Der SFB 460 widmet sich der
"Dynamik thermohaliner Zirkulationsschwankungen" und damit den Strömungsprozessen die in den Weltmeeren für das Klima verantwortlich sind. Beide Sonderforschungsbereiche wurden wiederholt sehr positiv begutachtet.
Wissenschaftler des Instituts sind außerdem in vielen internationalen Programmen wie dem Weltklimaforschungsprogramm WCRP, dem Internationalen Geosphären-Biosphärenprogramm IGBP und dem Integrated Ocean Drilling Programm IODP, um nur einige zu nennen, federführend.
Das gemeinsame Institut beschäftigt insgesamt 210 feste und 65 befristete Mitarbeiter. Rund 180 Wissenschaftler konzentrieren sich auf die vier neuen, zentralen Bereiche der Meeresforschung:
- Ozeanzirkulation und Klimadynamik
- Marine Biogeochemie
- Marine Ökologie
- Dynamik der Erdkruste und des Erdmantels
Historischer Rückblick:
Das Leibniz-Institut für Meereswissenschaften steht in der langen und erfolgreichen Tradition maritimer Grundlagenforschung am Standort Kiel. Forschungsschwerpunkte sind die physikalischen, chemischen und biologischen Prozesse im Meer und ihre Rolle für Umwelt und
Klima sowie die chemisch/physikalische Zusammensetzung, die Struktur, Dynamik und Geschichte des Meeresbodens.
Die Preußische Kommission zur wissenschaftlichen Erforschung der deutschen Meere richtete bereits 1902 in Kiel ein Laboratorium für die internationale Meeresforschung ein, welches als Vorläufer des neuen Leibniz-Instituts bezeichnet werden kann. Im gleichen Jahr wurde der Reichsforschungsdamfer
"Poseidon" in Dienst gestellt. Ein Forschungsschiff gleichen Namens hat noch heute seinen Liegeplatz am Kieler Institutsanleger.
1937 wurde das Institut für Meereskunde (IfM) der Universität Kiel durch den Zoologen Adolf Remane gegründet und das erste Institutsgebäude in Kitzeberg eingerichtet. Die damaligen Schwerpunkte waren bereits Hydrographie, Meereschemie, Meeresgeologie und Meeresbiologie. Nachdem dieses Gebäude 1944 völlig zerstört worden war, wurde die Kieler Meereskunde 1946 im Gebäude Hohenbergstraße 2 wieder aufgebaut.
1987 wurde das Forschungsinstitut für Marine Geowissenschaften GEOMAR auf dem Kieler Ostufer gegründet.
2002 wurde die Kieler Meeresforschung 100 Jahre alt. Das IfM-Hauptgebäude nebst Aquarium am Düsternbrooker Weg besteht seit 30 Jahren. GEOMAR wird 15 Jahre alt. Die Bund-Länderkommission schlug die Aufnahme von GEOMAR in die Leibniz-Gemeinschaft für 2004 vor.

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